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Stefan Wehinger
Montag, 31. Mai 2010 - 13:50 - von Stefan Wehinger

Politische Schlammschlacht um die ÖBB

In den letzten Tagen geht es wieder hoch her in der österreichischen Verkehrspolitik: nach dem Rückzug der beiden ÖVP Aufsichtsräte in der ÖBB Holding AG (hier) scheint wieder "Feuer frei" zu gelten. 

Von allen Seiten wird geschossen, scharf und laut (hier, hier). Dabei bleibt allerdings der öffentliche Verkehr auf der Strecke. Eine Unternehmung die immer wieder gnadenlos von politischen Interessen missbraucht wird kann ihre Kernaufgabe, den Transport von zahlenden Kunden, mittelfristig nur eingeschränkt wahrnehmen. Der Druck auf die Mitarbeiter und deren Familien steigt weiter, die Leistung wird dadurch sicher nicht gefördert.

Der öffentliche Verkehr braucht politische "Interessenvertreter" die den ÖPNV nicht nur vom vorbeifahren am Rücksitz der Limousine kennen . Nur so wird garantiert, dass jene die schiessen auch wissen wen sie treffen.

Alexander Covaci schrieb am Mittwoch, 02. Juni 2010 um 13:01 Uhr
Genau meine Meinung, endlich auch einmal jemand der den Nagel auf den Kopf getroffen hat!
Gast1 schrieb am Sonntag, 06. Juni 2010 um 09:57 Uhr
Die Politik (=Eigentümervertrer = unsere Vertreter) nimmt ihre Führungsufgabe ja auch nicht wahr. Jede Zahl, die der "Staat im Staat ÖBB" liefert, wird hochgejubelt - mal sind des die zusätzlichen Sitzplatzreservierungen im Weihnachtsverkehr, dann die zusätzlichen Fahrgäste im EM-Jahr (wohlgemerkt:nur im ersten Halbjahr!) usw usw. Immer die Kennziffer, die gerade gut aussieht, wird als Erfolg gefeiert. Und in Wahrheit geht die politische Einflussnahme "hin und her" schön munter weiter - ohne erkennbares Ziel (wenn man davon absieht, möglichst viele Gewerkschafter-Arbeitsplätze zu erhalten). Geben wir die Verkehre der ÖBB doch in den Wettbewerb - vielleicht macht es ja ein Unternehmen schon um 100Mio Euro billiger bei gleich guter (naja...) Leistung. Damit ist Österreich dann als Staat auch geholfen.
Manuel Pils schrieb am Donnerstag, 02. September 2010 um 12:13 Uhr
Gatulation Herr Wehinger! Zum Einen für die Gründung Ihres eigenen Bahnunternehmens, zum Anderen, weil Sie Ihre Meinung unverblühmt kund tun(Interview mit Hr. Rauscher). Ich bin absolut Ihrer Meinung, daß für das Geld, welches für die Koralmbahn ausgegeben wird, das Bestandnetz viel effizienter ausgebaut hätte werden können. Die Strecke von Attnang Puchheim bis Salzburg ist Teil einer wichtigen europäischen Tangetiale und hat sich seit der Kaiserzeit in der Linienführung kaum geändert. Und dies ist nur eines von unzähligen Beispielen. Mit großem Interesse verfolge ich derzeit den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Perpignan und Barcelona, welcher von einem privatem Konsortium durchgeführt (nach dem PPP-Konzept) wird. Wäre ein solcher Ansatz nicht auch für österreichische Streckenabschnitte interessant? So ließe sich vielleicht auch das deutsche Eck zwischen Freilassing und Rosenheim (den geplante Ausbau über Mühldorf halte ich für einen großen Fehler) endlich beschleunigen. Meine Vision: 90min zwischen Wien und Salzburg (wie Berlin-Hamburg) und 2,5h zwischen Wien und Innsbruck. Wer nimmt dann noch das Auto oder Flugzeug? Viel Glück für Ihr Vorhaben. Ich freu mich auf die erste Fahrt in einem Ihrer Züge!



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